Archiv für den Monat: November 2017

Adventskalender, mal anders

Alle Jahre wieder das gleiche Problem: Die Kinder wollen unbedingt einen Adventskalender. Schließlich geht es nicht an, dass man in der Schule morgens nicht mitreden kann, wenn alle berichten, was daheim in den Tütchen drin war.

Aus Elternsicht ist „Adventskalender“ gleichbedeutend mit zwei Dingen: Dilemma und Aufwand.

„Dilemma“, weil sich jedes Jahr die gleiche Frage stellt: Welchen Typ Kalender nehmen?

Den Schoko-Kalender (ungesund, und in der Weihnachtszeit gibt es sowieso schon so viel Süßes)?

Einen vorgefertigten Playmobil-, Lego-, Schleich-, … Kalender (superteuer, der Inhalt ist meist enttäuschend, und außerdem sollte es an Weihnachten ja eigentlich grade nicht um immer noch mehr Konsum gehen)?

Oder einen selbst Gemachten und selbst Befüllten?

Letztere Variante bietet sich aus diversen Gründen an (Inhalt passt zum Kind, muss nicht so kommerziell sein, Süßes kann dosiert werden, …). Andererseits ist ein selbst befüllter Kalender auch nicht wirklich billig. Und außerdem kommen wir hier gleich zum…

„Aufwand“! Einen Kalender selbst zu machen ist Aufwand. Wenn du Ende November jemanden mit gehetztem Blick im Supermarkt, Schreibwarenladen, Spielwarenladen oder der Drogerie umherhetzen siehst, der (oder meist: die) viele kleine Dinge in ihr Körbchen packt und dabei unablässig Zahlen murmelt („Jetzt fehlen nur noch 7 Sache für Nina, und 9 für Niclas“), dann ist das ganz sicher eine Adventskalender-befüllende Mutter.

Wer schon mal versucht hat, 24 kindertaugliche „Kleinigkeiten“ aufzutreiben, die nicht zu teuer sind, der kann diesen Aufwand ermessen.

Die Alternative ist ein selbstgemachter mehr oder weniger konsumfreier Kalender, in dem sich z.B. jeden Tag eine Unternehmung findet (Ausflug, Weihnachtsmarktbesuch, Plätzchen backen, …). Das ist in der Theorie toll – in der Praxis ist das in der Adventszeit fast nicht realisierbar, weil wegen all der Weihnachtsfeiern und anderen Adventstermine nie genügend Zeit dafür bleibt.

Kurz: Von Kindern heißgeliebt, ist der Adventskalender aus meiner Elternsicht eine echte Last.

Andererseits sollen die lieben Kleinen natürlich auch nicht als einzige in der Schule ohne Adventskalender dastehen, das wäre ja auch grausam… 😉

Im letzten Jahr haben wir dann eine, wie ich finde, sehr gute Lösung gefunden. Auch sie war mit ein wenig Aufwand verbunden, aber insgesamt fand ich den noch vertretbar. Sie kostete nicht die Welt. Es ging nicht um Konsum oder darum, morgens schnellstmöglich vor der Schule noch ein Päckchen aufzureißen. Sie hat uns als Eltern erlaubt, auch mal flexibel auf eine Situation zu reagieren. Und es steckte jede Menge Liebe drin, die von den Kindern auch so wahrgenommen wurde.

(Denn oft macht man sich als Eltern ja eine ganze Menge Mühe mit etwas, und dann weiß es die undankbare Brut gar nicht zu schätzen. Eigentlich echt empörend, oder? 😉 )

Du brauchst:

  • eine Kladde, ein hübsches Heft, Block, … Irgendetwas, in das du schreiben oder kleben kannst, und das mindestens 24 Seiten oder Doppelseiten hat. Der Preis spielt keine Rolle – es gibt auch günstige hübsche Heftchen
  • einen oder mehrere hübsche Stifte (z.B. einen Goldstift für die Überschriften und einen Kuli oder Faserschreiber für alles andere)
  • wenn gewünscht einen Bogen mit weihnachtlichen Aufklebern

Das war’s eigentlich schon. Eine Möglichkeit, Dinge auszudrucken oder zu kopieren, ist hilfreich, aber es geht auch ohne.

Am Vorabend des 1. Dezember schreibst du deinem Kind auf die erste Seite ein Titelblatt. Oder einen „Adventsgruß“. Oder einen netten Spruch. Oder du erklärst, dass es jetzt jeden Tag eine neue Seite in diesem Adventskalender finden wird.

Dann schreibst du auf die nächste Seite das Datum des kommenden Tages als Überschrift (also „1. Dezember“ oder auch nur „1.“ oder „Der Erste“ oder wie auch immer).

Auf den Rest der Seite kommt irgendetwas Spannendes, Anregendes, Inspirierendes, Ermutigendes, Lustiges, …

Das kann ein Witz oder Gedicht sein, ein Cartoon oder Comic Strip. Ein Zitat. Ein Kochrezept oder Liedtext (Bonuspunkte, wenn du auch das zugehörige Lied auf CD oder als mp3-Datei für diesen Tag organisierst). Einfach ein paar persönliche Zeilen von dir. Ein Knobelrätsel oder eine ganz kurze Geschichte. Eine Zeichnung. Etwas, was ihr an diesem Tag gemeinsam unternehmen werdet.

Was auch immer deinem Kind Freude machen wird, es stärkt oder inspiriert hat in diesem Kalender Platz. Es kann auch einfach ein ganz herzlicher Gruß von dir sein.

Danach kannst du die Seite für den nächsten Tag verzieren, wie du möchtest. Mit den Aufklebern, mit selbst Gemaltem, mit Ausgedrucktem, … Zum Schluss kommt der Adventskalender auf den Platz deines Kindes am Frühstückstisch.

An den nächsten Abenden machst du genauso weiter: Einfach immer jeweils die Seite für den nächsten Tag vorbereiten und Kalender wieder auf den Tisch legen.

Der Vorteil ist, dass du jederzeit auf aktuelle Ereignisse reagieren kannst. Dein Kind hatte z.B. einen schlechten Tag in der Schule? Vielleicht findest du ja einen passenden Witz, mit dem es wieder darüber lachen kann.

Außerdem muss es nicht viel kosten, und vor allem geht es nicht darum, nur noch mehr Geschenke auszupacken. Sondern dein Kind erhält 24 Tage lang jeden Tag einen kleinen Beweis dafür, dass es für Mama und Papa wichtig ist. Ist das nicht eine schöne Art, den Advent zu begehen?

Und was für einen Adventskalender werdet ihr dieses Jahr haben? Oder verzichtet ihr ganz?