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Irgendjemand hält es immer für falsch

Gestern habe ich einen wunderbaren Artikel bei Stadtmama.at gelesen: Es ging darum, als Mutter (oder: als Eltern) deinen eigenen Weg zu finden und dich nicht von anderen verunsichern zu lassen.

Ich finde, dass Judith in ihrem Beitrag völlig recht hat: Es gilt, deinen und meinen eigenen Weg zu finden, idealerweise noch zusammen mit den anderen Erziehungsberechtigten, z.B. dem anderen Elternteil.

Schließlich hoffst du ja auch, dass deine Kinder ihren eigenen Weg finden und ihre eigene Persönlichkeit entfalten können, oder? Dann willst du das sicher auch in deiner Erziehung vorleben, denn Handlungen lehren ja immer viel mehr als Worte…

Leider ist das aber nicht immer so einfach. Die Buchhandlungen quillen über von Erziehungsratgebern. Das Internet auch. Selbst die Wochenendbeilage der lokalen Tageszeitung druckt Erziehungsratschläge. Und natürlich haben alle um dich herum immer auch eine Meinung zu deinem Erziehungsstil: Freunde, Großeltern, andere Verwandte und Paten. Die Eltern der Freunde deiner Kinder. Die Eltern irgendwelcher Klassenkameraden, mit denen du gar nichts zu tun hast. Und wildfremde Menschen in der Straßenbahn, die du noch nie gesehen hast.

Sich davon frei zu machen und so zu handeln, wie es nach deinem Gefühl für deine Kinder und für dich am Besten ist, das ist gar nicht so einfach.

Ein Gedanke hat mir dabei sehr geholfen. Ich möchte ihn deshalb hier mit dir teilen – vielleicht tut er dir ja auch gelegentlich gut, wenn du mal wieder an dir selbst und deiner Erziehung zweifelst…

Dieser Gedanke ist ganz einfach:

Egal was ich in der Erziehung meiner Kinder tue… irgendjemand ist immer nicht damit zufrieden. Irgendjemand weiß es immer besser. Und irgendjemand hält es immer für falsch.

So gesehen ist es also ziemlich egal, WAS genau ich tue, und wie ich erziehe (oder wie ich nicht erziehe). Denn allen kann ich es sowieso nicht recht machen.

Glückliche und erfolgreiche Kinder?

Glückliche und erfolgreiche Kinder großziehen, das wollen wir wahrscheinlich alle. Wie genau das gehen kann, ist aber schon nicht mehr ganz so klar…

Ich denke auch, dass der „richtige Weg“ in der Erziehung unserer Kinder nicht für immer gleich bleibt, sondern sich im Lauf der Zeit verändert. Unsere Kinder erleben täglich Neues und verändern sich. Wir selbst verändern uns, und das Umfeld unserer Kinder natürlich auch.

Schon deshalb ist es wichtig, immer wieder mal einen Schritt zurückzutreten und sich zu fragen: „Bin ich, sind wir mit unseren Kindern, eigentlich noch auf dem richtigen Weg?“

In manchen Phasen läuft es auch z.B. in der Schule so schlecht, dass wir als Eltern notgedrungen über Veränderungen nachdenken, weil es so einfach nicht weitergehen kann. Und manchmal kommt einfach zum richtigen Zeitpunkt eine passende Anregung von außen, mit der man eingeschliffene Verhaltensweisen wieder in einem neuen Licht sehen kann.

Eine solche Anregung habe ich in Carol Dwecks Buch „Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt“ * gefunden. Weiterlesen